Altersvorsorgedepot
Fördermodelle im Altersvorsorgedepot – aktueller Diskussionsstand
Im Zusammenhang mit dem Altersvorsorgedepot werden verschiedene Modelle der staatlichen Förderung diskutiert. Diese Seite fasst die derzeit öffentlich bekannten Förderansätze zusammen und ordnet sie ein.
Wichtig
Es handelt sich hierbei um politische Diskussions- und Entwurfsstände. Konkrete gesetzliche Regelungen liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor.
Warum Fördermodelle entscheidend sind
Die Wirkung des Altersvorsorgedepots hängt nicht allein von der Kapitalanlage ab, sondern maßgeblich von der Ausgestaltung der Förderung.
Fördermodelle bestimmen unter anderem:
- wie stark Einzahlungen unterstützt werden
- welche Bevölkerungsgruppen besonders profitieren
- wie transparent und verständlich das Modell ist
- wie groß der langfristige Effekt durch den Zinseszinseffekt ausfällt
Überblick – welche Förderansätze werden diskutiert?
In der politischen Diskussion zum Altersvorsorgedepot lassen sich aktuell mehrere Förderlogiken erkennen:
- direkte staatliche Zuschüsse pro Einzahlung
- einkommensabhängige Förderstaffelungen
- Kombinationen aus Zuschüssen und steuerlicher Entlastung
- gedeckelte Förderbeträge pro Jahr
Diese Ansätze werden nachfolgend einzeln eingeordnet.
Direkte Zuschussmodelle
Ein zentral diskutierter Ansatz ist eine direkte staatliche Förderung pro eingezahltem Euro.
In öffentlichen Aussagen werden dabei Förderhöhen von etwa 20 Cent bis 30 Cent pro eingezahltem Euro genannt.
• diese Beträge sind nicht gesetzlich beschlossen
• sie stellen Zielgrößen aus dem politischen Diskussionsstand dar
• die tatsächliche Wirkung hängt von weiteren Rahmenbedingungen ab
• hohe Transparenz
• einfache Verständlichkeit
• Förderung wirkt unmittelbar investiv
Offene Fragen
- mögliche Einkommensgrenzen
- jährliche Förderdeckelungen
- Umgang mit unregelmäßigen Einzahlungen
Zusätzliche Zulagen – Kinder und Berufseinsteiger
Im Entwurfsstand werden ergänzende Zulagen diskutiert:
- Kinderzulage: 25 Cent pro Euro Eigenbeitrag bis 1.200 € pro Jahr (maximal 300 € pro Kind), volle Auszahlung ab Eigenbeiträgen von 100 € pro Monat.
- Berufseinsteiger-Zuschlag: zusätzlicher Förderbetrag für Personen unter 25 Jahren.
Beide Elemente sind Teil der politischen Entwurfslogik und noch nicht rechtskräftig beschlossen.
Einkommensabhängige Fördermodelle
Diskutiert wird zudem, Förderungen an das Einkommen zu koppeln.
Ziel:
- stärkere Unterstützung niedriger und mittlerer Einkommen
- gezielter Einsatz staatlicher Mittel
Einordnung:
- erhöht die soziale Treffsicherheit
- kann die Komplexität erhöhen
- erfordert klare und verständliche Regeln
Ob und wie stark Einkommensabhängigkeit umgesetzt wird, ist derzeit offen.
Kombination mit steuerlicher Förderung
Neben direkten Zuschüssen werden auch Modelle diskutiert, bei denen staatliche Förderung mit steuerlichen Vorteilen kombiniert wird.
Denkbare Elemente:
- Zuschüsse für bestimmte Einkommensgruppen
- steuerliche Entlastung zusätzlicher Einzahlungen
- nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase
Einordnung: Solche Kombinationsmodelle können die Wirkung erhöhen, sind jedoch erklärungsbedürftiger als reine Zuschussmodelle.
Förderdeckelungen und Begrenzungen
Unabhängig vom gewählten Fördermodell ist davon auszugehen, dass Förderungen gedeckelt werden.
Typische Gründe für Deckelungen:
- Begrenzung staatlicher Ausgaben
- Vermeidung überproportionaler Förderung hoher Einzahlungen
- Vereinfachung der Verwaltung
Deckelungen beeinflussen vor allem:
- sehr hohe Einzahlungen
- die Attraktivität für unterschiedliche Einkommensgruppen
Im Entwurf wird zudem ein Höchstbetrag für begünstigte Eigenbeiträge von 1.800 € pro Jahr genannt (inklusive Zulagenanrechnung), der die Förderwirkung begrenzt.
Warum die Förderhöhe allein nicht entscheidend ist
Die Nennung konkreter Förderbeträge kann den Eindruck erwecken, dass allein die Höhe der Förderung über den Erfolg entscheidet. Tatsächlich wirken mehrere Faktoren zusammen:
- Förderhöhe
- Kostenstruktur
- Anlageform
- Laufzeit
- steuerliche Behandlung der Auszahlung
Eine hohe Förderung kann ungünstige Rahmenbedingungen nicht vollständig ausgleichen.
Produktvarianten und Kostendeckel
Diskutiert werden zwei Grundrichtungen:
- sicherheitsorientierte Garantieprodukte mit Beitragserhalt (z. B. 80–100 %)
- renditeorientiertes Altersvorsorgedepot ohne Garantien, mit hoher Aktienquote
Für ein Standardprodukt sieht der Entwurf eine Kostenobergrenze von 1,5 % Effektivkosten pro Jahr vor, um einfache, kostengegrenzte Fonds zu begünstigen.
Abgrenzung zu bestehenden Modellen
Im Vergleich zu bisherigen Vorsorgemodellen soll die Förderung im Altersvorsorgedepot:
- einfacher
- transparenter
- weniger fehleranfällig
sein.
Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von der finalen gesetzlichen Umsetzung ab.
Aktueller Stand und Ausblick
Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich Fördermodelle nur einordnen, nicht abschließend bewerten.
Sobald ein konkreter Gesetzentwurf vorliegt, wird entscheidend sein:
- welche Förderlogik gewählt wird
- wie klar die Regeln formuliert sind
- wie gut Förderung, Steuern und Anlage zusammenspielen
Weiterführende Seiten
Wichtiger Hinweis
Diese Seite stellt eine allgemeine Einordnung des aktuellen politischen Diskussions- und Entwurfsstands dar.
Fördermodelle und Förderhöhen können sich im weiteren Gesetzgebungsprozess ändern und ersetzen keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung.
Letzte inhaltliche Aktualisierung: Dezember 2025